Wespenbekämpfung durch die Freiwillige Feuerwehr
Aus Wax.at Wissen
Wespenfreunde sind kaum zu finden. Überall wo die gelbschwarzen Hautflügler in der Nähe von Menschen auftauchen, stuft man sie pauschal und ohne Unterschiede zu machen als "aggressiv" und "gefährlich" ein. Gar wahre Horrorgeschichten erzählt man sich von den Hornissen, die größte Unterart der Wespen. Angeblich sollen sieben Stiche ein Pferd und schon drei einen Menschen töten können, dabei ist in Wirklichkeit ein Stich von einer Hornisse nicht schmerzhafter und gefährlicher wie der einer Wespe. Kein Wunder also, wenn alljährlich zur "Bienen- und Wespenzeit" das Notruftelefon der Feuerwehr nicht mehr stillsteht. Der Hilfesuchende, oft sich bedroht fühlende Bürger ist zumeist nicht in der Lage, Bienen, Wespen oder Hornissen zu unterscheiden, und erwartet von seiner Feuerwehr "als Helfer in allen Notlagen", dass ihm mit sachkundigen, geeigneten Maßnahmen Abhilfe geschaffen wird. Die großen Mengen Insektizide, die als rasche "Abhilfe" zumeist noch versprüht werden und so zu einer Umweltbelastung beitragen, können von der Natur, je nach Art des Giftes, erst nach Monaten, ja sogar oft nach Jahren erst abgebaut werden. Und wer sieht schon das Rotkehlchen, das im Gebüsch mit dem Tode ringt, weil es einige kontaminierte Wespen aufgefressen hat. Grundsätzlich gelten alle Bienen-, Hummeln-, Hornissen-, und einige seltene Wespenarten wie die "Kurzflügelige Kreiselwespe" und die "Weißdorn-Keulhornblattwespe" als besonders geschützte Arten und sind zum Teil bereits vom Aussterben bedroht (Rote Liste). Wespen halten sich in der Regel vom Menschen fern und werden nur aggressiv, wenn ihr unmittelbarer Lebens- und Wohnraum bedroht wird. Anders die Deutsche und Gemeine Wespe, sie kann besonders in den Hoch- und Spätsommermonaten an der sonntäglichen Kaffeetafel und an den Abfallkörben sehr lästig werden. Die Frage ist jedoch, ob die gelegentliche Lästigkeit einer bestimmten Insektenart bereits dazu ermächtigt, die Tiere zu töten. Nur wenn aufgrund der Lage eines Bienenschwarmes, Wespen-, Hummel- oder Hornissennestes eine unmittelbare Gefahr für den Menschen oder die "Öffentliche Sicherheit und Ordnung" besteht ist ein Beseitigen der Tiere erlaubt!
Zu beachten:
- Nicht unbedingt Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehr!
- Gemäß §32a des NÖFG kann es in NÖ durch die FF erledigt werden. Die Entscheidung hierzu obliegt dem jeweiligen Kommandanten.
- Bienen, Hummeln und Hornissen stehen unter Naturschutz und dürfen nicht getötet werden.
- Eine Insektenbekämpfung sollte am Besten mit Einbruch der Dunkelheit erfolgen.
- Entsprechende Schutzbekleidung verwenden und entsprechnde Mannschaft (ohne Insektengiftallergie) einsetzen.
- Auf eigene Sicherheit achten (nie alleine).
- Entsprechende Auffangbehälter und Hilfsmittel bereithalten (starke Plastiksäcke etc.)
Über das taktische Vorgehen bei der Wespenbekämpfung gibt es auch ein Video: [1]
Neue Wege in Sachen Wespenbekämpfung geht die Stützpunktfeuerwehr Meilen in der Schweiz. Sie hat Methoden und Lösungen getestet zur ökologisch und ökonomisch sinnvollen Behebung von Konflikten mit Wespennestern. Der Einsatz von Gift und das Zerstören der Nester werden weitgehend vermieden. Oberste Priorität hat die Aufklärung der Bevölkerung. Link: [2]
Eine PPt-Präsentation für eine Kurzschulung zum Thema findet ihr auch bei den Dowmlaods von www.wax.at: [3]
Wer noch mehr über WESPEN, Bienen, Hornissen und Co lernen möchte findet unter diesem Link viele Informationen: [4]
Erstellt von: "noefireman" & orpheo 2007

