Wasserentnahmestellen
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Überflurhydrant
Im Prinzip ist ein Überflurhydrant nichts anderes als ein "Wasserhahn für die Ortswasserleitung". Mit dem drehbaren Kopf des Hydranten wird ein Schieber am Boden des Hydranten geöffnet und der Hydrant geflutet.
Charakteristisches Aussehen
Inbetriebnahme
Bevor der Überflurhydrant mit der Schlauchleitung verbunden wird ist dieser zu öffnen und einmal kurz aufzudrehen zur Spülung. Tritt kein verschmutztes Wasser (mehr) aus dem Hydranten aus gilt dieser als einsatzbereit und kann wieder geschlossen werden. Nun verbindet man den zu füllenden Druckschlauch mit dem Hydranten (Achtung auf eventuelle Drall - Verdrehungen in der Schlauchleitung!) und öffnet den Schieber mit dem Drehrad am Kopf des Hydranten vollständig, jedoch mindestens noch 3-5 weitere Umdrehungen nachdem das erste Wasser in den Schlauch läuft damit durch den Hydranten keine künstliche Engstelle der Wasserversorgung geschaffen wird.
Stichleitung / Ringleitung
Die Leistung von Hydranten richtet sich unter anderem auch an deren Anspeisung. Steht der Hydrant auf einem Teil der Ortswasserleitung, der von zwei Seiten angespeist wird, so spricht man von einer s.g. "Ringleitung". Wird aus diesem Hydrant also Wasser entnommen, so kann beim nächstgelegenen Hydrant in etwa die selbe Menge entnommen werden. Steht der Hydrant jedoch auf einem Teil der Ortswassereltiung, der nur von einer Seite angespeist wird, so spricht man von einer s.g. "Stichleitung". Stehen mehrere Hydranten auf einer Stichleitung kann immer nur ein Hydrant (nämlich der, der am weitesten vom Ende des "Stichs" entfernt ist) die volle Leistung bringen. Alle anderen Hydranten an der Stichleitung bleiben entweder vollkommen trocken oder liefern nur geringe Mengen Wasser!
Überflurhydrantenschlüssel
Der Überflurhydrantenschlüssel erfüllt mehrere Funktionen, die alle in dem Werkzeug vereint sind. Mit dem dreieckförmigen Ende des Schlüssels können die Deckel des Überflurhydranten geöffnet und wieder geschlossen werden. Der kleine dreieckige Mittelteil des Schlüssels, welcher auf einem Zapfen sitzt dient zum Öffnen des "Mantels" von "Fallmantelhydranten" (im UA Grafenwörth keiner vorhanden) und das sichelförmige Ende zum Bedienen des Drehrades am Hydrantenkopf.
Unterflurhydrant
Unterflurhydranten funktionieren vom Prinzip her gleich wie Überflurhydranten. Ihre Besonderheit ist jedoch, dass über Bodenniveau keine Bedienelemente für den Hydrantenbetrieb vorhanden sind. Derartige Hydranten findet man häufig in Straßen versenkt oder auf Plätzen in den Bodenbelag eingelassen.
Für Unterflurhydranten gelten ebenso wie für Überflurhydranten die Grundsätze von Ring- und Stichleitungen (siehe oben)!
Charakteristisches Aussehen
Unterflurhydranten sind von außen leicht durch die ovale Form des Deckels und dessen Aufschrift "Hydrant" zu erkennen und dadurch von den kreisrunden Wasserschiebern (am Bild links) zu unterscheiden.
Inbetriebnehmen
Für die Inbetriebnahme eines Unterflurhydranten braucht man ein Standrohr und einen Unterflurhydrantenschlüssel. Zunächst wird mit Hilfe des Unterflurhydrantenschlüssels der Deckel des Unterflurhydranten geöffnet und dann eventuelle Verschmutzungen im Schacht ausgeräumt.
Am Bild links der Wasseranschluss des Unterflurhydranten, rechts der Öffnungsschieber zum wassern des Hydranten
Dabei ist darauf zu achten das besonders der Teil, wo später das Standrohr aufgesetzt und eingeschraubt wird von Steinen und anderen groben Verschmutzungen befreit ist, da sonst der Hydrant später nicht dicht wird oder die Schieber verklemmen!
Das Standrohr muss so getragen werden, dass die Gummidichtung am unteren Ende des Rohres nicht verloren wird (Achtung! Sitzt nur lose auf!). Vor dem Einschrauben des Standrohres muss der drehbare Metallteil mit den beiden "Flügeln" am unteren Ende ganz nach unten gedreht werden. Das Standrohr wird dann mit den Flügeln so auf den Unterflurhydranten aufgesetzt, dass die Flügel in die Ausnehmungen am Unterfluranschluss passen. Anschließend wird das Standrohr im Uhrzeigersinn eingeschraubt bis es fest am Unterfluranschluss sitzt.
Nun öffnet man mit dem rechteckigen Teil des Unterflurhydrantenschlüssels das kreuzförmige Ventil neben dem Unterfluranschluss, wodurch das Standrohr geflutet wird. Anschließend wird das Standrohr kurz gespült und kann dann mit dem Druckschlauch verbunden werden.
Beim Abbau des Unterflurhydrenten ist exakt in der umgekehrten Reihenfolge vorzugehen!
Unterflurhydrantenschlüssel
Der Unterflurhydrantenschlüssel erfüllt im Wesentlich "nur" zwei verschiedene Funktionen. Das angespitzte Ende des Haltegriffs dient zum Öffnen des Hydrantendeckels und das viereckige, hohle Ende des Unterflurhydrantenschlüssels dient zum Öffnen des Wasserschiebers um das Standrohr zu fluten.
Wandhydrant
Wandhydranten sind im ursprünglichen Sinn Mittel der ersten Löschhilfe und sind vor allem in Gebäuden mit hoher Brandlast und/oder großen Menschenansammlungen zu finden (einziges Objekt in der MG Grafenwörth: Pflegeheim SeneCura).
Jeder Wandhydrant wird von einer "nassen Steigleitung" gespeist, welche von einer ausfallsicheren Drucksteigerungsanlage betrieben werden muss. Die gesamte Wandhydrantenanlage besteht meist aus einem Absperrorgan, einer C-Kupplung und einer ausklappbaren D-Schlauchhaspel mit D-Strahlrohr.
Für die Verwendung durch die Feuerwehr wird üblicherweise die D-Haspel vom Wasseranschluss abgekuppelt und eine C-Schlauchleitung angeschlossen. In großen Objekten bietet diese Vorgangsweise den Vorteil, dass nur eine sehr kurze Schlauchleitung verlegt werden muss und wenn zusätzlich noch der Brandabschnitt über Türen rauchdicht verschlossen ist wird durch das Arbeiten von einem Wandhydrant aus verhindert, dass sich der Rauch durch offengehaltene Türen weiter ausbreitet.
Offene Gewässer
Als offene Gewässer gelten Bäche, Flüsse, Teiche und sonstige natürliche Wasserentnahmestellen. Bei Bränden außerhalb von Siedlungen oder bei schlechter Ortswasserversorgung bieten sich Flüsse und Teiche oft als zuverlässige Wasserversorger an, was gelegentlich in den Aufbau einer Relaisleitung resultiert.
Bei offenen Gewässern gilt es aber dennoch einige Besonderheiten zu beachten. So sind Teiche z.B. keine unerschöpflichen Wasserentnahmestellen. Je nach Größe und Tiefe wird sich das Teich irgendwann erschöpfen. Auch ist am Ufer auf einen sicheren Standplatz für die Tragkraftspritze oder Unterwasserpumpe zu achten. Ebenfalls zu beachten ist, was mit der Saugausrüstung im Teich passiert, wenn der Wasserstand fällt (flaches Ufer!). Aber auch Bäche und Flüsse bringen nur eine gewisse Menge Wasser pro Minute, welche im UA Grafenwörth im allgemeinen mehr als ausreichend ist (Mühlkamp normal: 3-4m³/sek(!) = 18000 - 24000 l/min!). Beim Einbringen der Saugleitung bzw. der Unterwasserpumpe ist darauf zu achten, dass diese 1. gegen die Fließrichtung liegt (Wasser wird in die Leitung "geschoben") und 2. nicht im Schlamm zum liegen kommt (Ansaugöffnungen verstopfen!). Auch sollte kein grob verunreinigtes Wasser gefördert werden, da dieses einerseits schnell die Ansaugöffnungen verstopft und andererseits zu gravierenden Schäden am Pumpenlaufrad führen kann. Lässt sich ein Ansaugen aus verunreinigten Gewässern nicht verhindern ist unbedingt ein Drahtschutzkorb für die Saugleitung bzw. einen entsprechende Schutzvorrichtung für die Unterwasserpumpe zu verwenden.
Brunnen
Prinzip
In Bereichen (meist innerorts), wo eine Hydrantenversorgung nicht oder nicht ausreichend vorhanden ist, können als Löschwasserentnahmestellen zusätzlich Löschbrunnen vorhanden sein. Ein Brunnen kann mittels A-Saugschläuchen oder Unterwasserpumpen genutzt werden. Deren Leistungsvermögen ist dabei höchst unterschiedlich. Bei echten "Brunnen" läuft konstant Wasser zu und wird von einer Grundwasserquelle gespeist. Ein Löschwasserbrunnen kann aber auch auf eine "Zisterne" aufgepflanzt sein, was ein unterirdischer Löschwassertank mit erschöpflichem Vorrat ist!
Charakteristisches Aussehen
Brunnen sind im Allgemeinen durch deren Betoneinfassung und den charakteristischen Deckel aus Beton oder Eisen zu erkennen. Brunnen können aber auch niveaugleich mit dem umgebenden Gelände gebaut werden und sehen dann aus wie gewöhnliche Kanaldeckel.
Brunnen, die zur Löschwasserentnahme vorgesehen sind, sind zusätzlich mit einem weißen Schild mit roter Umrandung und der Aufschrift "Löschwasserbrunnen" oder "Saugstelle" gekennzeichnet. Wobei eine "Saugstelle" gleichzeitig eine fixe Verrohrung zum Anschluss von A-Saugschläuchen vorsieht. In diesem Fall spricht man von einer "trockenen Steigleitung" (im Gegensatz zur "nassen Steigleitung" von Wandhydranten).
Sogeffekt
Durch das Ansaugen von Wasser aus dem Brunnenschacht entsteht im Brunnen ein Unterdruck. Dadurch wird auch feines Material aus der Umgebung der Brunnenringe mit angesaugt. Dieses oft sehr feine Erdmaterial greift nicht nur die Pumpenräder an, sondern kann auch bei länger andauernden Pumpvorgängen zum Nachgeben oder gar Einstürzen des Brunnens führen. Wird während des Saugvorgangs ein verstärktes Ansaugen von "verfärbten" Wasser bemerkt ist der Pumpvorgang sofort einzustllen!
Wehrbaer 10:11, 24. Nov. 2009 (CET)

