Technische Rettung bei KFZ mit GFK-Karosserie

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Fahrzeuge mit GFK-Karosserie bzw. anderen gewichtssparenden Materialien werden auf den Straßen immer mehr. Im Rahmen einer Übung wurden bekannte Taktiken, Techniken und Geräte verwendet um ein Fahrzeuge mit GFK-Karosserie zu öffnen. Als Fahrzeug stand ein [1] Pontiac Transport zur Verfügung. Als Übungsobjekt ist dieses Fahrzeug doppelt interessant, da es nicht nur eine GFK-Karossiere besitzt, sondern auch ein Van ist und damit diverse Zugangsöffnungen geschaffen werden müssen, die beim PKW nicht notwendig sind.

Eingesetzte Geräte:

  • Glasmanagement mit Glasmaster
  • HRS, bestehend aus Weber SP50, Weber S180, Weber RZT 2-750 und Weber E 50-T mit SAH 20
  • Werkzeugkiste lt. Baurichtlinie
  • Schanzwerkzeug


Inhaltsverzeichnis

Öffnen der Fahrertür

Aufspreizen des Kotflügels von der A-Säule weg resultiert in einem Aufreißen des GFKs. Gut zu sehen auch die horizontalen Scheuerstellen im Lack vom vorangegangenen Versuch den Kotflügel zu quetschen.

Die bekannten Techniken einen Spalt zwischen Fahrertür und B-Säule bzw. A-Säule zu schaffen funktionierten nicht. GFK biegt sich und wenn man mit dem Spreitzer nachläßt verformen sich die Teile wieder zurück. Danach wurde begonnen an der A-Säule, am Kotflügel und an der Tür das GFK wegzureißen.

Diese Variante war sehr aufwändig. Als dann genug Platz war um die Scharniere mit dem Spreizer aubzureißen konnte fast wie gewohnt gearbeitet werden, wenngleich man großes Augenmerk auf die Punkte legen muß, an denen die Spreizerspitzen lagen. Rutscht die Spreizerspitze ab und kommt auf GFK teile werden diese nur eingerissen und die Kraft des Spreitzer verpufft.

Abklappen des Vorderwagens

Schneiden der Leiste zwischen Frontscheibe und vorderem Seitenfenster.

Den Vorderwagen unter Zeitdruck wegzudrücken - also ohne Herausnehmen der Frontscheibe und ohne Schnitte an der Beifahrerseite in der A-Säule klappten im Versuch nicht. Erst als die Verstrebung an der Frontscheibe auf der Fahrerseite geschnitten wurde, (diese schwarze Leiste, die bei einem normalen PKW die A-Säule wär sieht man auf dem verlinkten Bild ganz gut) von der angenommen wrude, dass es sich eigentlich nur um die Klebestelle zischen Seitenscheibe und Frontscheibe handelt. Danach war der Erfolg etwas besser. Erst nach dem Durchtrennen der A-Säule rechts im Schwellerbereich und oben und auch dort diese Verstrebung von Seitenscheibe zu Frontscheibe funktioniert es abermals besser. Erst als die Frontscheibe geschnitten wurde, konnte der Vorderwagen weit genug Aufgeklappt werden. Die Frontscheibe war als tragendes Element ausgeführt, deshalb funktionierte es ohne schneiden der Scheibe nicht. Eine Verkürzung der üblichen Taktik beim Abklappen des Vorderwagens war bei diesem Fahrzeug nicht möglich. Es wird empfohlen zumindest bei Vans, unabhängig davon ob GFK verwendet wurde oder nicht, lt. Lehrmeinung das gesamte Prozedere durchzuführen.

Schaffung eines Zugangs zum Fond auf der Fahrerseite

Ein kleinen Stücken konnte genügend GFK entfernt werden um die Struktur genügend zu schwächen um ein Herausbiegen des Seitenteiles zu ermöglichen.

Danach wrude versucht das Seitenteil hinter dem Fahrer herauszunehmen. Das Fahrzeug hatte für den Fondbereich nur auf der Beifahrerseite eine Schiebetür, rechts gab es keinen Zugang.

Analog zur "3. Tür" bei 3 türigen Fahrzeugen wollte wir eine Zugangsöffnung schaffen. Grundsätzlich ist diese Methode bei GFK-Vans nicht zielführend. Die Säulen sind mit Metallformrohren verstärkt. Durch die GFK Konstruktion sind die Metallteile der Säulen so dick ummantelt, dass der Öffnungswinkel der verwendeten Schere bei Weitem nicht ausreichte.

Abermals mußte wieder geschnitten, GFK abgerissen, nochmal geschnitten, weggebogen, wieder geschnitten usw. werden. Die C-Säule wurde nur direkt unterhalb des Daches geschnitten. Weiters wurde ein Entlastungsschnitt runter in die Verkleidung gesetzt um ein Aufklappen zu ermöglichen. - Die C-Säule wurde im Unterschied zur üblichen Taktik der "3. Tür" durchtrennt, daes beim Van auch noch eine D-Säule gibt. Um aber zum gesamten Fond Zutritt zu haben, mußte die C-Säule ebenfalls entfernt werden. Obwohl der gesamte Zwischenraum zwischen B und C-Säule aus GFK gefertigt wurde, konnte auch mit viel Kraft das Seitenteil nicht herausgebogen werden. Abermals mußte in zeitraubender Arbeit GFK gerissen werden um die Struktur genügen zu schwächen um die Öffnung zu schaffen.

Öffnen der Schiebetüre

Durch das vorangegane weite Spreitzen der Fensteröffnung, konnte mit Hilfe des Spreitzers ein guter Ansatzpunkt zum Herumterklappen des Seitenteiles geschaffen werden.

Auf der Beifahrerseite wurde danach versucht die Schiebetüre zu öffnen. Es wurde entschieden eine andere Taktik anzuwenden. Der Spreitzer wurde ins Fenster gesetzt und aufgedrückt, so als wollte man einen Spalt erzeugen wenn man eine Tür am normalen PKW aufmachen will. Nur wurde der volle Spreizwinkel genutzt. Anders als Blech wurde das GFK nicht nur verbogen, sondern es begann an den Seitenteilen abzureißen. Dabei wurde eine Verstrebung der Tür entdeckt. Das Durchtrennen der Strebe war mit der verwendeten Schere gerade noch möglich. Ein Problem dabei bestand abermals, dass das Rohr nicht nahe genug an den Drehpunkt Schere herangeführt werden konnte.

Lessons Learned

Die technische Rettung an Fahrzeugen mit GFK Karosserien sind mit den Standardausrüstungen und den jetzigen Techniken, wie sie gelehrt werden und der Standardgerätschaft nicht in vertretbarer Zeit durchzuführen.

Eine Schneideversuch mit einer Metallsäge zeigte, dass GFK schnell und leicht gesägt werden kann. Lt. Aussagen eines anderen wax.at Benutzers im Forum konnte eine Säbelsäge mit Erfolg eingesetzt werden. Der dabei entstehende Staub und die entstehnde Reibungshitze sind Probleme, mit denen man rechnen muß. Auch Blechaufreißer und deren verschiedenen Spielarten sind erfolgversprechende Varianten. Lt. Fachliteratur ist sowohl die Säge als auch das Aufreißen die im Moment sinnvollste Methode.

Ein weiterer Test mit einem kleinen Presslufthammer wird noch durchgeführt. In den USA wird dieses Gerät durchaus als Rettungsmittel eingesetzt. Nach erfolgtem Test wird an dieser Stelle berichtet.

Bei der Verwendung einer TwinSaw könnte durch die entstehende Wärme die Sägeblätter durch das GFK beschädigt werden. Es wird von einem Test auf Grund des möglichen, wirtschaftlich beträchtlichen Schadens an der TwinSaw abgesehen.

Loeschindschenaer

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