Russbrände in Rauchfängen
Aus Wax.at Wissen
Braunkohle, gasreiche Steinkohle und vor allem Holz bestehen zu einem hohen Anteil aus langkettige Kohlenwasserstoffe, die zu Teer oder Pechbildung führen können. Diese können sich bei Verwendung von nassen Brennstoffen und bei unsachgemäßer Bedienung der Feuerstätte am Fang anlegen. Diese Beläge sind mit den herkömmlichen Kehrgeräten nicht zu entfernen und können zu folgenden Gefahren führen:
- Querschnittsverminderung
- Rauchbelästigung im Wohnbereich bis hin zur Rauchgasvergiftung
- Brandgefahr durch unkontrolliertes Ausbrennen
Funken oder sogar Flammen können die Beläge im Verbindungsstück oder im Fang entzünden, und es besteht die Gefahr, dass:
- Funkenflug und Flammenaustritt an der Mündung zur Brandausbreitung führt
- der Fang durch die Volumenszunahme (Pechschicht vergrößert Volumen bis zum 10-fachen) verstopft wird und die Brandgase in Wohnräumen austreten
- falsch ausgeführte Konstruktionen und Bausünden eine Brandweiterleitung fördern
- im schlimmsten Fall der Fang bricht
Meist merken die Bewohner gar nicht, dass ihr Rauchfang brennt, sie werden erst dann von Nachbarn alarmiert wenn Flammen aus der Fangmündung treten.
Maßnahmen beim Brand von Fängen:
- Zuständigen Rauchfangkehrer anfordern
- NIE mit Wasser löschen, bei einem Rauchfangbrand herrschen Temperaturen von 800 – 1000°C, durch die Volumensänderung eines Liter Wassers ergeben sich rund 1700 Liter Wasserdampf -> Sprengwirkung! Bei Gefahr in Verzug kann der Brand mit Löschpulver, das von der Fangsohle eingebracht wird, gelöscht werden.
- Brand durch den Rauchfangkehrer unter Kontrolle (offener Querschnitt) halten und wenn keine Gefährdung besteht, kontrolliert ausbrennen lassen
- Kontrolle der angrenzenden Bauteile (Wärmebildkamera) – vor allem nicht einsehbare Bauteile wie Decken und Holzriegelkonstruktionen oder bei direkt am Fang anliegende brennbare Teilen. Die Temperatur an der Außenseite des Mauerwerks kann 150°C und mehr erreichen
- Aufgrund der Gefahr von Funkenflug ständige Kontrolle aller Räume, die der Fang durchläuft auf Risse oder sonstige Schäden am Fangmauerwerk
- Kontrolle angrenzender Gebäude und der Dachhaut
- gegebenenfalls Dachfenster und andere Öffnungen schließen
Durch Beratung der Kunden bezüglich ihre Heizgewohnheiten, Ausschlagen, Fräsen, einer Sanierung des Fanges oder in letzter Konsequenz kontrolliertes Ausbrennen im Beisein des Rauchfangkehrers und der Feuerwehr, kann die Gefahr eines unkontrollierten Rauchfangbrandes drastisch reduziert werden oder gar ausgeschlossen werden.
Mehr zum Thema Rauchfangkehrer: www.rauchfangkehrer.org
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