Pumpen

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Funktionsprinzip einer Feuerlöschkreiselpumpe

Als "Feuerlöschkreiselpumpe" werden alle Pumpen bezeichnet, welche zur Löschwasserförderung vorgesehen sind und unter die Begriffe "Tragkraftspritze" oder "Einbaupumpe" fallen.


Durch Erzeugen eines künstlichen Unterdrucks in der Pumpe wird Wasser über eine Saugverbindung in die Pumpe gezogen oder das Wasser strömt über einen der Druckeingänge (Öffnungsdruck mind 1,5bar!) direkt in die Pumpe. Durch den nun stehenden Unterdruck schaltet die Ansaugvorrichtung ab und dann wird das Wasser durch die Beschleunigung über das Laufrad der Pumpe auf den gewünschten Ausgangsdruck gebracht.


Grundsätzlich ist bei der Inbetriebnahme einer Feuerlöschkreiselpumpe nach folgendem Schema vorzugehen:

1. Pumpe starten

2. Pumpe dicht machen (wenn notwendig Ventile und Schieber schließen)

3. Verbindung zum Wasser herstellen (durch Saugleitung oder öffnen des Tanks)

4. Einkuppeln & Ansaugen (auch "Entlüften" genannt, um Wasser in die Pumpe zu bringen)

5. Druckausgänge öffnen

6. Gewünschten Druck mit Drehzahlregler einstellen


Nach Abschluss der Arbeiten mit der Pumpe ist zumindestens folgendes zu tun:

1. Drehzahl auf Leerlauf bringen

2. Druckausgänge schließen

3. Auskuppeln und Wassersäule senken

5. Pumpe ausschalten

4. Pumpe entleeren (mittels Entleerventil, Dauer ca. 15min)

5. Pumpe starten

6. Trockensaugen (Ansaugen ohne Verbindung zum Wasser)

7. Vakuumprobe (Ansaugen bis 0,8bar Unterdruck, dann Ansaugen beenden. Pumpe muss Druck ca. 1min halten können)

8. Pumpe erneut entleeren (Vakuum abbauen)

9. Pumpe ausschalten und verstauen


Bei modernen Feuerlöschpumpen mit elektronsicher Steuerung regeln sich viele dieser Schritte bereits von selbst. So kann das TLFA3000 Feuersbrunn z.B. per einzelnem Knopfdruck automatisch alle Tätigkeiten vom Starten der Pumpe bis inkl. einkuppeln und ansaugen selbständig durchführen. Auch für die Wartung der Pumpe gibt es entsprechende Programme.

Tragkraftspritzen

Tragkraftspritze "Rosenbauer Fox II"


Tragkraftspritzen (kurz auch "TS" genannt) gehören zur Pflichtbeladung von (Klein-)Löschfahrzeugen, auch wenn diese einen Wassertank bis 1000l besitzen. Bei Tragkraftspritzen ist die gesamte Pumpe auf einem tragbaren Rahmen aufgebaut und kann somit an Orten in Stellung gebracht werden, wo das Fahrzeug an sich nicht mehr hinkommt. Tragkraftspritzen verfügen üblicherweise über einen A-Eingang, über den auch angesaugt werden kann und über zwei B-Ausgänge.


Als absolutes Minimum für Fahrzeuge gilt dabei die "TS8" (Tragkraftspritze mit einer Leistung von 800l/min bei 10bar). Allerdings haben sich in Fahrzeugen nach Bj. 1980 weitgehend die TS10 bzw. TS12 (mit Leistungen von 1000l/min bzw. 1200l/min bei 10bar) etabliert.


Beim Arbeiten mit einer TS ist stets auf den sicheren und möglichst neigungsfreien (Neigungswinkel werden je nach Modell nur zwischen 5° und 15° toleriert) Stand der Pumpe zu achten. Die Förderleistung einer Tragkraftspritze hängt (wie bei jeder Pumpe) wesentlich von der Saughöhe ab. Näheres siehe Löschwasserförderung über lange Strecken.

Saugerleinen dürfen niemals an der TS direkt befestigt werden (Ausnahme: Bewerb um das Feuerwehrleistungsabzeichen), da damit das Risiko entsteht, dass die TS mitsamt der Saugleitung weggerissen wird. Außerdem ist davon abzusehen mit der TS über längere Zeiten (mehrere Stunden) Schmutzwasser oder sandhaltiges Wasser zu fördern - wie beim "Sandstrahlen" werden dadurch die Turbinenblätter der Pumpe abgeschliffen und die TS funktionsunfähig.

Einbaupumpen

Einbaupumpe eines RLFA2000


Einbaupumpen sind im jedem TLF und ähnlichen Fahrzeugen mit Wassertanks über 1000l eine pflichtige Beladung. Diese Pumpen werden vom Nebenantrieb des Fahrzeuges angetrieben und sind daher besonders leistungsstark. Die Ein- und Ausgänge der Pumpe sind dabei je nach Alter und Bauart der Pumpe verschieden. In modernen TLF finden sich üblicherweise zwei B-Eingänge und ein A-Eingang, sowie vier B-Ausgänge und ein HD-Ausgang. Außerdem werden div. Schnellangriffseinrichtungen (HD, C, Schaum) direkt von der Pumpe gespeist.


Die Leistung moderner Einbaupumpen liegt zwischen 2400l/min und 3000l/min bei 10bar.


Einbaupumpen müssen stets mitsamt dem Fahrzeug in Stellung gebracht werden, wobei für die Funktion der Pumpe ebenfalls ein weitgehend neigungsfreier Stand nötig ist. Die Förderleistung einer Einbaupumpe hängt (wie bei jeder Pumpe) wesentlich von der Saughöhe ab. Näheres siehe Löschwasserförderung über lange Strecken.


Saugerleinen dürfen niemals am Fahrzeug direkt befestigt werden, da damit das Risiko entsteht, dass die Saugleitung ein Bewegen des Fahrzeuges mitgeschleift wird. Außerdem ist davon abzusehen mit der Einbaupumpe über längere Zeiten (mehrere Stunden) Schmutzwasser oder sandhaltiges Wasser zu fördern - wie beim "Sandstrahlen" werden dadurch die Turbinenblätter der Pumpe abgeschliffen und die Einbaupumpe funktionsunfähig.

Unterwasserpumpen

Unterwasserpumpe "Mast T12"


Unterwasserpumpen (kurz "UWP") gehören zur Standardbeladung eines RLFA2000 und sollen dem Fahrzeug, dem die Saugausrüstung fehlt, eine unabhängige Wasserversorgung ermöglichen. Unterwasserpumpen werden mit Strom betrieben und setzen ein starkes Stromaggregat voraus, da sie beim starten sehr viel Leistung verschlingen. Außerdem werden Unterwasserpumpen verstärkt auf allen Feuerwehrfahrzeugen eingesetzt, die im Unwetterfall zum Zug kommen.


Je nach Bauart der UWP fördern diese zwischen 400l/min bis zu über 3000l/min bei 1bar (1m Saughöhe). Für die Abfuhr des Wassers muss je nach Pumpe dann ein A-, B- oder C-Schlauch verwendet werden.


Beim Betrieb einer UWP ist darauf zu achten, dass die Pumpe elektrisch richtig versorgt ist (Phasenrichtung). Verpolte Pumpen laufen entweder garnicht oder fördern zu wenig bis garkein Wasser. Bei den meisten UWP kann am Stecker mittels Schraubendreher die Phasenrichtung schnell eingestellt werden. Manche Modelle erkennen eine Verpolung von selbst und können diese auch selbständig korrigieren.

Weiters dürfen UWP niemals am Stromkabel oder Schlauch zu Wasser gelassen werden und sind daher immer extra mit einer Arbeitsleine hinabzulassen und auch zu sichern.

Ebenso wie für TS und Einbaupumpen ist auch für die Laufräder der UWP verschmutztes Wasser schädlich.


Unterwasserpumpen können immer nur dann funktionieren, wenn ihre Ansaugung zumindestens zum größten Teil unter Wasser ist. Daraus ergibt sich eine fehlende Tiefsaugfähigkeit der UWP, sprich es bleibt ein Restwasserstand von einigen mm oder cm zurück. Für einige Pumpenmodelle gibt es dazu aufschiebbare Gummiringe, die ein tieferes Absaugen ermöglichen, ein "Restlossaugen" ist jedoch mit keiner UWP möglich => Nasssauger

Schmutzwasserpumpen

Schmutzwasserpumpe "Rosenbauer RS3"


Schmutzwasserpumpen sind meist motorgetriebene Auspumpaggregate, die zwar ähnlich wie eine TS aufgebaut sind, aber grundlegend anders funktionieren. In einer Schmutzwasserpumpe wird ein Unterdruck erzeugt, was zur Ansaugung von allen durch die Saugöffnung passenden Gegenständen und Flüssigkeiten führt. Über eine Saugleitung in der Dimension A oder B wird das Schmutzwasser angesaugt und anschließend über einen Druckschlauch wieder entleert.


Da der mitgesaugte Schmutz und Sand kaum auf bewegliche Teile trifft, sind Schmutzwasserpumpen sehr resistent gegen Verschleißerscheinungen und eignen sich daher perfekt für den Einsatz nach Unwettern, Hochwässern, Murenabgängen, etc. Übliche Literleistungen liegen bei 1000l/min bis 3000l/min bei 1bar (1m Saughöhe).


Beim Betrieb einer Schmutzwasserpumpe ist darauf zu achten, dass die Pumpe (besonders ältere Modelle) nicht trocken läuft und das alles, was durch die Ansaugöffnung passt auch durch den Druckschlauch passt. Wird z.B. mit einem B-Saugschlauch ohne Saugkorb angesaugt, passen Fremdkörper mit bis zu 75mm Durchmesser durch die Pumpe, weshalb unbedingt zur Wasserfortleitung ein B-Druckschlauch benötigt wird.


Schmutzwasserpumpen können immer nur dann funktionieren, wenn ihre Ansaugung zumindestens zum größten Teil unter Wasser ist. Daraus ergibt sich eine fehlende Tiefsaugfähigkeit der Schmutzwasserpumpen, sprich es bleibt ein Restwasserstand zurück, der der Breite des Saugkopfes entspricht. Als alternatives Ansauggerät kann daher ein s.g. "Kellersaugkorb" verwendet werden, der ein tieferes Absaugen ermöglicht, ein "Restlossaugen" ist jedoch mit keiner Schmutzwasserpumpe möglich => Nasssauger

Nasssauger

Nasssauggerät mit integrierter Pumpe


Die s.g. "Nass- und Trockensauggeräte" (kurz: "Nasssauger") funktionieren elektrisch und mit einem ähnlichen Prinzip wie ein Haushaltsstaubsauger. Aufgrund ihrer speziellen Bauweise eignen sich Nasssauger jedoch auch zur Förderung von Wasser und sogar manchen Chemikalien.


Nasssauger sind durch die verwendte Sauglippe "restlosssaugfähig" und eignen sich dadurch um die letzten paar Millimeter Wasserstand eines überfluteten Raumes abzupumpen. Die Leistung eines Nasssaugers ist jedoch relativ gering, was einen Einsatz bei größeren Flüssigkeitsaustritten sehr langwierig machen kann.


Je nach Produkt kann auch eine Unterwasserpumpe in den Tank des Nasssaugers integriert sein, welche automatisch oder manuell den Inhalt über einen C-Schlauch abpumpen kann.



Wehrbaer 13:21, 2. Nov. 2009 (CET)

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