Löschmittel
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Unter löschen versteht man eine der Voraussetzungen für einen Brand zu beseitigen. Löschmittel nutzen diese Möglichkeit, um durch Kühlen, Sauerstoffentzug, Brennstoffentzug oder Störung der Reaktion einen Brand zu beenden. Im Folgenden Artikel werden die wichtigsten Löschmittel kurz vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis |
Wasser
Wasser stellt das gebräuchlichste Löschmittel im Feuerwehrdienst dar. Wasser ist günstig, schnell und auf breiter Basis verfügbar, einfach zu transportieren und zu fördern und perfekt geeignet um Brände der Brandklasse A zu bekämpfen.
Wasser entzieht dem Feuer Wärme durch Kühlen (Siehe: Verbrennungsdreieck). Sprich, Wasser das vollständig verdampft hat den optimalen Löscheffekt erzielt (sehr viel Wärme aufgenommen).
Nachteile von Wasser:
- Kann nicht bei Rauchfangbränden eingesetzt werden (Wasser verdampft, Dampf hat vielfaches Volumen von Wasser, Rauchfang wird "gesprengt")
- Kann nicht zur Bekämpfung von Bränden der Brandklassen B und C eingesetzt werden. Besondere Vorsicht bei Fettbränden!
- Wasser ist elektrisch leitfähig (Gefahr beim Löschen in elektrischen Anlagen)
- Wasser verursacht Schäden an Holz, Stoffen und Elektrik
- Brände von Holzpellets dürfen keinesfalls mit Wasser beaufschlagt werden! Pellets dehnen sich auf ein vielfaches aus und entwickeln enorme Kräfte, die sogar Wände eindrücken können.
- Gefährliche Stoffe, die ein "X" in der Gefahrnummer tragen und brennende Metalle reagieren heftig mit Wasser
Pulver
Löschpulver wird in erster Linie in kleineren Mengen in Handfeuerlöscher eingesetzt. Pulver ist das universellste Löschmittel im Feuerwehrdienst, ist aber schwierig zu fördern und zu bevorraten. So genannte "Universallöschfahrzeuge" (ULF) sind mit eingebauten Pulverlöschanlagen ausgerüstet um größere Mengen Pulver (250kg bis 1000kg) abgeben zu können. Solche Löschanlagen werden teilweise auch auf Anhängern gelagert.
Löschpulver, welches sich den Löscheffekt des "Stören" bzh. "Inhibition" zu nutze macht, muss grundsätzlich wieder in drei Arten unterschieden werden:
- Glutbrandpulver (ABC-Pulver): Geeignet für die Brandklassen A, B und C. Zusätzlich zum erstickenden Effekt bilden die Pulverkörner auf dem Brandgut eine leichte Keramikschicht, die eine Wiederentzündung verhindert. Ist das häufigste pulverförmige Löschmittel.
- Flammbrandpulver: Geeignet für die Brandklassen B und C.
- Metallbrandpulver: Geeignet für die Brandklasse D
Pulver darf nicht verwendet werden:
- Bei Menschenansammlungen (Panik durch Sichtbehinderung)
- Bei Bränden in elektrischen Anlagen über 1000V
- Wenn vorher ein Schaumteppich aufgetragen wurde (Pulver "zerfrisst" Schaum)
Schaum
Löschschaum wird in Leicht-, Mittel- und Schwerschaum unterteilt. Zum Thema Schaumerzeugung und Schaumrohre sind eigene Artikel vorhanden. Eine Sonderform von Löschschaum stellt Netzmittel dar.
Beim Löschmittel Schaum wirkt hauptsächlich der Stickeffekt. Durch das im Schaum enthaltene Wasser kommt auch ein leichter Kühleffekt hinzu. Schaum ist geeignet um Brände der Brandklassen A und B zu bekämpfen.
Leichtschaum
Durch die nicht vorhandene Wurfweite und schwierige Erzeugung hat Leichtschaum einen sehr begrenzten Einsatzbereich. Große Räume können jedoch am effizientesten und schnellsten mit Leichtschauem geflutet werden. Von Leichtschaum spricht man, wenn die Verschäumungszahl (VZ) des Löschschaums im Bereich von 201-1000 liegt.
Mittelschaum
Mittelschaum ist die Standardform, die bei Löschangriffen angwendet wird. Mittelschaum stellt einen guten Kompromiss zwischen der Wurfweite des Schwerschaums und dem Volumen des Leichtschaums dar. Von Leichtschaum spricht man, wenn die Verschäumungszahl (VZ) des Löschschaums im Bereich von 21-200 liegt.
Schwerschaum
Schwerschaum ist ein Löschschaum mit einem relativ hohen Wasser- und dafür geringeren Luftanteil. Vorteil dieser Schaumart ist die große Wurfweite und die "Klebrigkeit" des Schaums, was beim Objektschutz wertvolle Dienste leisten kann. Von Leichtschaum spricht man, wenn die Verschäumungszahl (VZ) des Löschschaums im Bereich von 4-20 liegt.
Netzmittel
Netzmittel ist Löschwasser mit einem geringen Anteil Schaummittel. Das Schaummittel dient dabei dazu, die Oberflächenspannung des Wassers zu verbessern und die Wassertropfen "klebriger" zu machen. Dadurch dringt Wasser tiefer in das Brandgut ein und bleibt besser daran haften, was zu einem verstärkten Kühleffekt des Wassers führt.
Schaum darf nicht eingesetzt werden:
- Gegen Menschen (Stickeffekt durch Schaummittel)
- Bei Stoffen, die mit Wasser heftig reagieren (mit "X" in der Gefahrnummer)
- Bei Metall- und Rauchfangbränden
Sonderlöschmitel
Für spezielle Anwendungsbereiche gibt es eine große Anzahl weiterer Löschmittel. Eines der bekanntesten ist dabei das Löschgas CO2, welches auch in Feuerlöschern eingesetzt wird. Außerdem gibt es noch eine Vielzahl weiterer Sonderlöschmittel von Graugußspänen über Zement bis zu div. chemischen Lösungen, welche nur in ganz speziellen Anwendungen sinnvoll sind.
(c)"wehrbaer"

