Kleinlöschgeräte

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Die meisten Brände im Feuerwehralltag sind Klein- und Entstehungsbrände für deren Bekämpfung nur selten eine große Menge an Wasser benötigt wird. Aber auch im Vorbeugenden Brandschutz, beim Waldbrand oder bei Nachlöscharbeiten wird oft aufgrund ihrer Vorteile auf Kleinlöschgeräte zurück gegriffen.

Inhaltsverzeichnis

Kübelspritze

Kübelspritzen sind einfache Handpumpen, die über einen D-Schlauch mit Strahlrohr Wasser abgeben. Zur Bedienung sind zwei Feuerwehrmitglieder notwendig - eines das pumpt und eines das das Strahlrohr führt.

Grundsätzlich ist jedes Löschfahrzeug (KLF, LF, TLF,...) mit einer Kübelspritze beladen, welche sinnvollerweise gefüllt sein muss. Gelegentlich kann die Kübelspritze auch durch (nachfüllbare) Handfeuerlöscher ersetzt sein.

Einsatzgebiet sind vor allem kleinere Brände und Nachlöscharbeiten. Der Löscheffekt kann durch die Beigabe von Netzmittel wesentlich erhöht werden.

Handfeuerlöscher

Funktion

In jedem Handfeuerlöscher befindet sich eine bestimmte Menge an Löschmittel. Diese beginnt bei 2kg und geht bis zu 50kg (fahrbare Löscher). Durch eine Treibgasladung, die entweder im Löscher eingebaut oder außen am Löscher befestigt ist wird das Löschmittel unter Druck gesetzt und kann dann durch drücken des "Abzugs" über einen kurzen Schlauch abgegeben werden. Es gibt aber auch Feuerlöscher, welche ständig unter Druck stehen (Dauerdrucklöscher).

Typen

Grundsätzlich werden Feuerlöscher nach dem verwendeten Löschmittel und dessen Menge unterschieden.


Nasslöscher:

Löscher mit der Typenbezeichnung "N" bezeichnen im allgemeinen Nasslöscher, also Feuerlöscher welche mit Wasser (und Netzmittel) befüllt sind. Übliche Größe ist 10l. Ein solcher Feuerlöscher würde "N10" heißen. N-Löscher eignen sich ausschließlich zur Bekämpfung von Brandklasse-A-Bränden.


Pulverlöscher:

"P" steht in diesem Fall für Pulver. Bei Pulverlöschern wird allerdings nochmal unterschieden. Reine "P-Löscher" enthalten Flammbrandpulver, welches nur für die Brandklassen B und C geeignet ist. S.g. "PG-Löscher" enthalten dagegen Glutbrandpulver, welches auch für die Brandklasse A verwendet werden kann. Übliche Größen sind 2kg (PKW), 6kg, 12kg oder mehr (bis zu 50kg). Der PG6-Löscher ist dabei der am weitesten verbreitete Handfeuerlöscher.

Glutbrandpulver legt üblicherweise einen dünnen Film aus geschmolzenen Pulver über das Brandgut, wodurch dieses auch noch über längere Zeit vom Sauerstoff abgeschnitten wird. Dennoch ist auf jeden Fall nach Gebrauch mit Wasser nachzulöschen (Gefahr der Wiederentzündung).


Schaumlöscher:

"S-Löscher" sind mit einem Wasser-Schaummittelgemisch gefüllt und erzeugen eine Schwerschaumdecke. Auch Bioversal-Feuerlöscher fallen in diese Kategorie. Übliche Größe ist 9l, besonders gerne werden diese Feuerlöscher in gewerblichen Bereichen eingesetzt, da sie im Gegensatz zu Pulver kaum Schäden anrichten.


K-Löscher:

"K-Löscher", welche mit Kohlendioxid gefüllt sind, werden gerne zur Bekämpfung von Klein(st)bränden in elektrischen Anlagen eingesetzt, da sie nahezu rückstandslos einsetzbar sind und somit keine elektrischen Bauteile beschädigen. Nachteil dieser Handfeuerlöscher ist, dass sie Sauerstoff verdrängen (sprich: Menschen gefährden), mit sehr tiefen Temperaturen austreten (Vorsicht: Erfrierungsgefahr!), sehr teuer sind (vgl: N10-Löscher ca. 20€, K10-Löscher ca. 150€) und nur eingeschränkt tauglich sind um Brandklasse-A-Brände zu bekämpfen (keine glutlöschende Wirkung). Übliche Größen sind 2l, 6l und 10l.

Da Kohlendioxidlöscher keine Kühlwirkung haben, muss unbedingt auf Widerentzündung geachtet werden bzw. - wo vertretbar - mit Wasser nachgelöscht werden.


Fettlöscher:

"F-Löscher", sind speziell zur Bekämpfung von Bränden von Fetten und Ölen in Frittiergeräten und anderen Kücheneinrichtungen vorgesehen. Bei Löschmitteln für Fettbrände handelt es sich entweder um Schaum, der mittels Spezialdüsen aufgebracht wird, oder um Stoffe, die eine chemische Reaktion mit dem heißen Fett eingehen (Seifenbildung) und die Verbrennung dadurch unterbinden (siehe auch Hauptartikel Brandklasse F).


Bedienung

Zuerst muss bei jedem Handfeuerlöscher der Sicherungssplint oder die Sicherungskappe entfernt werden, der den Handfeuerlöscher vor unbeabsichtigtem auslösen schützt. Anschließend muss die Löschmittelkammer unter Druck gesetzt werden (entfällt bei Dauerdrucklöscher), wozu man entweder ein Ventil eindrücken oder -schlagen oder die externe Druckmittelkammer per Handrad aufdrehen muss.

Anschließend richtet man den Schlauch in die gewünschte Richtung und betätigt den Auslöser, welcher entweder am Löscher selbst oder am Ende des Schlauches befestigt sein kann.

Bei Pulverlöschern ist zusätzlich zu beachten, stoßweise zu löschen (wobei ein Stoß ca. 1-2sek dauern sollte).


Grundsätzliche Regeln zum Einsatz von Handfeuerlöschern:

  • In Windrichtung angreifen
  • Nach Möglichkeit mehrere Löscher gleichzeitig einsetzen, nicht hintereinander
  • Von vorne nach hinten löschen
  • Von unten nach oben löschen (Ausnahme Fließ- oder Tropfbrände)
  • Lösche Glutbrände immer mit Wasser nach
  • Feuerlöscher nach Gebrauch füllen lassen!
  • Alle 2 Jahre muss ein Feuerlöscher eine Prüfung durch Fachfirma unterzogen werden (siehe Prüfplakette)

Feuerpatsche

Die Feuerpatsche besteht aus einem Holzstiel mit einer Fächer aus Metallplättchen daran und eignet sich vor allem zur Bekämpfung von Flur- und Flächenbränden. Durch das Niederdrücken des brennenden Teils mit dem Metallfächer wird dem Brand der Sauerstoff abgeschnitten und das Feuer erlischt.

Löschdecke

Löschdecken sind speziell beschichtete Wolldecken, welche vorrangig zum Löschen brennender Menschen oder topfähnlicher Gefäße geeignet sind. Die Löschdecke wird dabei einfach über den brennenden Teil geworfen und möglichst luftdicht aufgelegt. Dadurch wird das Feuer vom Sauerstoff abgeschnitten und erlischt.

Einreißhaken

Der Einreißhaken (oder auch "Schiffshaken", da er auch im Wasserdienst verwendet wird) ist kein Kleinlöschgerät im klassischen Sinn, wird wegen seiner unterstützenden Wirkung bei Bränden jedoch trotzdem dazu gezählt. Der Einreißhaken besteht aus einem mehrere Meter langen Holzstiel an dessen Ende ein Metallhaken und ein Metallstecher montiert sind. Mit dem Einreißhaken kann aus sicherer Entfernung brennendes Material ausgeräumt oder brennende Teile bewusst zum Einsturz gebracht werden.


Nicht zu verwechseln ist der Einreißhaken mit dem Ausräumhaken, der aussieht wie eine um 90° verbogene Heugabel.

Löscheimer

Löscheimer können entweder aus Metall oder zusammenlegbar aus Leinen gefertigt sein. Der Eimer eignet sich um kleinere Flur- oder Müllbehälterbrände rasch zu löschen und findet im Feuerwehrdienst noch zahllose weitere Anwendungen (spülen von Schaumzumischern, nachfüllen von Kübelspritzen, auffangen von Schadstoffen,...)

Links, Quellen und Referenzen

Wehrbaer 21:43, 11. Dez. 2009 (CET)

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