Influenza
Aus Wax.at Wissen
Influenza, auch Grippe genannt, ist eine durch Infektion mit Influenzaviren hervorgerufene Krankheit. Die Grippe ist eine der häufigsten viralen Erkrankungen – die WHO schätzt, dass jährlich zirka 10-20% der Weltbevölkerung an der Infuenza erkranken. Alleine in Österreich sterben jährlich zirka 6.000 Menschen an den Folgen einer Influenzainfektion. Die Inkubationszeit liegt bei wenigen Stunden bis zu zwei Tagen. Die Dauer der Infektion beträgt meist 7-14 Tage, eine völlige Abheilung aller Symptome kann jedoch noch Wochen nach der Infektion andauern. Nach überstandener Erkrankung bleiben in der Regel keine Viren mehr im Körper zurück.
Inhaltsverzeichnis |
Das Virus
Das Influenzavirus kann in den Gattungen
- Influenza A
- Influenza B oder
- Influenza C
vorliegen. Die häufigsten und bekanntesten Typen sind der Influenza A zuzuordnen (H1N1 – neue Grippe oder Schweinegrippe, H5N1 – Vogelgrippe (Geflügelpest), bzw. die meisten menschlichen Influenzatypen). Das Influenzavirus ist ein sogenanntes Orthomyxovirus. Es besitzt eine Virenhülle und eine segmentierte einzelsträngige RNA mit acht Anschnitten negativer Polarität. Aus der Virenhülle ragen Glykoproteine (Spikes) hervor, welche wichtige Eigenschaften des Influenzaviruses definieren. Die zwei Arten von Spikes sind:
- Hämagglutinin (HA), welches für die Anlagerung des Influenzaviruses an seine Wirtszelle von Bedeutung ist.
- Neuroaminidase (NA), welche für die Loslösung der Viren aus der infizierten Zelle von Bedeutung sind.
Aus diesen beiden Oberflächenproteinen leitet sich auch das bekannte HxNy für Influenzaviren ab. Dabei bezeichnet das H die verschiedenen Hämaaglutinine, das N die verschiedenen Neuroaminidasen. Zu bemerken ist, dass Influenzainfektionen von Mensch zu Menschen bisher nur durch Influenzaviren der Serotpyen H1, H2 und H3 statt gefunden haben. Da die sogenannte Vogelgrippe des Subtypes H5N1 ist, fanden bisher auch keine Mensch zu Mensch-Übertragungen statt. Dies ist auch weiterhin sehr unwahrscheinlich, da das Hämagglutinin 5 zu den menschlichen Zellen nur wenig kompatibel ist. Der häufigste Influenzatyp ist Influenza A, welcher besonders hohe Mutationsraten aufweist. Befallen werden üblicherweise: Menschen, Schweine, Wasservögel, Pferde und Wale. Influenza B-Viren befallen nur Menschen, Influenza C-Viren nur Menschen und Schweine – dieser Typ spielt jedoch nur eine untergeordnete Rolle und gilt als vergleichsweise harmlos. In einer einzigen Zelle können bis zu 100.000 neue Influenzaviren hergestellt werden, wodurch eine rasche Ausbreitung gegeben ist.
Symptome
Die Symptome der Grippe sind unter anderem:
- plötzlicher Krankheitsbeginn
- ausgeprägtes Krankheitsgefühl im ganzen Körper
- hohes Fieber bis 40 Grad Celsius
- Schüttelfrost
- Kopfschmerzen und Müdigkeit
- Gliederschmerzen
- Augentränen
- trockener Husten
- trockene Kehle
- angeschwollene Nasenschleimhaut
- Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen
Übertragung
Die Übertragung der Influenzaviren erfolgt normalerweise per Tröpfcheninfektion, also durch das Einatmen von Ausatmungströpfchen einer infizierten Person. Weiters spielen Wisch- und Schmierinfektionen eine wichtige Rolle, weswegen bei Kontakt mit infizierten Personen erhöhte Hygiene (Händewaschen, etc.) angezeigt ist. Auch erfolgt eine Übertragung durch Kot und andere Exkremente.
Schutz und Prophylaxe
Schutzimpfung: Wirksamen Schutz vor einer Influenza bieten nur Schutzimpfungen, welche jährlich rechtzeitig vor der „Grippewelle“ verabreicht werden sollen. Vor allem für gefährdete Personen (Kleinkinder, ältere Menschen) ist eine Influenzaschutzimpfung empfohlen. Die Influenzaschutzimpfung wird jährlich „aktualisiert“ und auf die häufigsten Influenzaviren angepasst. Pflege von Kranken bzw. im Falle der Pandemie Erweitere Schutzmaßnahmen im Falle einer Pandemie bzw. Erkrankung von Angehörigen sind:
Hygiene: Um eine Schmierinfektion zu vermeiden ist häufiges Händewaschen angezeigt.
Schutzmasken: FFP3-Masken können die Wahrscheinlichkeit einer Infektion von gesunden Personen stark reduzieren. Durch den feinen Filter kommt nur mehr eine wesentlich geringere Zahl an Viren direkt in die Atemwege. Bereits erkrankte Personen sollten zumindest ein Mundtuch OP-Mundtuch tragen, um eine Freisetzung von infizierten Ausatmungströpfchen (und damit eine Verbreitung der Viren) zu vermeiden.
Virostatika: Antivirale Medikamente können auch vorbeugend gegen eine Influenzainfektion, sowohl gegen bekannte wie auch unbekannte Viren, schützen. Am wirksamsten sind sogenannte Neuroaminidasehemmer, welche den Austritt von Viren aus bereits infizierten Zellen verhindern. Somit wird die Virenanzahl im Körper gering gehalten – das Immunsystem kann unter Umständen mit der beginnenden Infektion umgehen. Wichtig ist, dass diese Medikamente vor einer Infektion eingenommen wurden, da sie nur bei einer relativ geringen Virenanzahl Wirkung zeigen. Bekannteste Neuroaminidasehemmer sind Zanamivir (Handelsname: Relenza) sowie Oseltamivir (Tamiflu). Darüber hinaus können Membranproteinhemmer zur Prophylaxe eingesetzt werden. Diese sind aber in der Regel wenger verträglich als Neuroaminidasehemmer und die Viren können dagegen Resistenzen entwickeln. Bekanntester Wirkstoff ist Amantadin (Handelsname Symmetrel bzw. PK-Merz)
Links: Schutzmaßnahmen und weitere Informationen
- Forenthread auf wax.at
- Pandemieplan Wien und ausführliche Schutzmaßnahmen
- Österreichischer Pandemieplan, BM für Gesundheit
- Robert Koch Institut - Ratgeber Influenza
- Land Tirol: Influenza
- Sequenziertes Genom der 'Schweinegrippe'
- Vogelgrippe (Geflügelpest)
- Epidemie
- Endemie
Quellen
- Vorlesungsfolien: Einführung in die Genetik, Schweyen, Universität Wien, 2008
- Vorlesungsflolien: Allgemeine und Molekulare Mikrobiologie, Teil 3, Skern, Universität Wien, 2009
- Wikipedia
- sowie oben genannte Quellen (Kapitel Schutzmaßnahmen)
Rowa 23:10, 11. Mai 2009 (CEST)

