Feld- und Flurbrände und deren Bekämpfung
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Folgender Artikel, verfasst vom Benutzer Loeschindschenaer, schildert die Erfahrungen einer burgenländischen Feuerwehr mit der Bekämpfung von Flur- und Feldbränden.
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Die wichtigsten Erkentnisse
- Großvolumige Tanklöschfahrzeuge bringen keinen merklichen Vorteil
- Stattdessen sollte auf viele kleinvolumige Löschfahrzeuge (KLF-W, TLFA 1000, TLFA 2000) gesetzt werden
- Reservebildung ab einer bestimmten Brandfläche unverzichtbar
- Gute Ortskenntnis, vor allem die Lage der Feldbrunnen
- TS bei Feldbrunnen verkürzt die Fahrzeit der Tanklöschfahrzeuge zum Hydranten
Die Taktik
Wo ist vom brennenden Feld das nächste, das bereits gedroschen ist UND der Stoppelsturz durchgeführt wurde? - Auch grüne Getreidebstände brennen! Die Windgeschwindigkeit ist einer der wichtigsten Faktoren.
Grobe Einteilung
- 1 – schwacher Wind bedeutet eine langsame, breite Front.
- 2 - mittlerer Wind bedeutet eine U-förmige Front, der man noch zu Fuß folgen kann.
- 3 - starker Wind und Stroh bedeutet eine sehr langgezogene U-förmige Front, der man nur mehr mit einem KFZ nachfahren/davon fahren kann. Das brennende Stroh wird teilweise sehr weit und sehr hoch vertragen.
Taktik zu 1 (schwacher Wind)
Feuerpatschen und HD-Schnellangriff, wobei man aufpassen muss, dass man den Schnellangriff nicht zu weit abspult. Das Fahrzeug muss mobil bleiben. Irgendwann sind dann 40m abgespult und die anfänglich zwei Personen schaffen es kaum noch nachzuziehen. Sehr gut funktioniert auch die Variante mit zwei C42-20 und kleinem Hohlstrahlrohr (Anm: bspw. RB 99). Feuerpatschen in einer Kette nebeneinander eingesetzt. Der Angriff muss immer mit dem Wind erfolgen.
Taktik zu 2 (mittlerer Wind)
An der Flanke der U-förmigen Front, wo sich die Kurve dann bildet mit dem TLF beginnen und zum Scheitelpunkt des Us vorarbeiten. Von der zweiten Flanke das zweite TLF. Rest der Mannschaft mit Feuerpatschen an den Seitenteilen. Angriff zuerst an der Flanke gegen den Wind. Durch die entstandene Flanke durch und dann mit dem Wind löschen.
Taktik zu 3 (starker Wind)
Großer Abstand zur Brandfläche! Kräfte mobilisieren und nicht mit zu geringen Kräften beginnen, sie werden unnötig aufgerieben. Ein leerer Wassertank bedeutet einen Ausfall des Fahrzeuges für relativ lange Zeit! Kräfte an einer geeigneten Stelle in Reihe postieren und 2/3 der Kräfte eine Wasserscheise legen und das Feld richtig nass machen. Der Teil der Kräfte kann die Wasserreserven ausschöpfen. Das restliche Drittel unter Pressluftatmer das herannahen der Front abwarten und bei Durchburch sofort einschreiten. Aufpassen, das Fluchtmöglichkeiten bleiben! Noch besser als eine reine Wasserschneise ist, wenn die Landwirte das Feld vor der gebildeten Linie umbrechen, dann Wasser drauf und die Flammenfront steht (ist auch die sichere Variante).
Taktik drei ist bei einem Flurbrand entstanden, der 280ha Land vernichtet hat. Erst diese Variante brachte mit Unterstützung der Landwirte den gewünschten Erfolg (sie konnten nicht die gesamte Front umbrechen, aber unser Kräfteeinsatz wurde so drastisch reduziert).
Erst dann die Flanken bekämpfen.
Weitere Tipps:
- Aufpassen auf die eingesetzten Kräfte. Erstens ist es körperlich sehr anstrengend in der Gluthitze mit PSA Schläuche zu ziehen oder mit den Feuerpatschen unterwegs zu sein. Zweitens rechtzeitig für Trinkwasser sorgen. Drittens die EL muss permanent den Wind beobachten.
- Hohe Flammenfronten bewegen sich langsamer als kleine, weil durch die Thermik beim Brand ein Teil der "Winddrift" kompensiert wird.
- Gib Rollschäuchen (C- oder D-Druckschläuchen) den Vorzug: Bei Gefahr können diese rasch abgekuppelt und zurückgelassen werden - das Fahrzeug bleibt mobil.
- Wenn mit Schnellangriffseinrichtungen vorgegangen wird, kann man den Schlauch auch mit einer Arbeitsleine und ganzem Schlag am Schlauch befestigen. Das andere Ende an der Anhängerkupplung des TLFs einhängen und schon kann vom Fahrzeug die Schlauchleitung gezogen werden ohne die Haspel zu überlasten.
Weitere Informationen
Quellen und Literatur
- FeuerwehrMagazin 8/2009, Richtiges Vorgehen bei Feldbränden, Jan Südmersen
Loeschindschenaer

