Emergency Response Units

Aus Wax.at Wissen

Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Die Emergency Response Units (ERUs) des Roten Kreuzes:

In den frühen 1990ern waren die Erfahrungen aus drei großen Katastrophen entscheidend für Überlegungen in der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, verschiedene Schnelleinsatzgruppen ins Leben zu rufen.

Das enorme Ausmaß des Erdbebens in Armenien, die Auswirkungen der Flüchtlingssituation der Kurden während des Golfkrieges und die "Great Lake Crisis" rund um den Bürgerkrieg in Ruanda brachten ungeahnte Folgewirkungen für alle Hilfsorganisationen weltweit. Man erkannte, dass die internationale Hilfe zu langsam anlief, man versuchte viele Dinge zu improvisieren.

Das Konzept und die Idee der Emergency Response Units wurde von der Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften Ende 1994 geboren, mit dem Ziel die internationale Hilfe rasch und effizient zum Einsatz zu bringen. Dabei sollten diese Einheiten autark tätig und miteinander kompatibel sein, somit ein einheitliches Netzwerk bilden, das die Nationalen Gesellschaften des Roten Kreuzes/Halbmondes des Katastrophengebietes im Ereignisfall entlasten sollen.


Was sind Emergency Response Units?

ERUs sind standardisierte für einen längeren Zeitraum selbsterhaltende und unabhängige Teams von professionellen Spezialisten. Diese Spezialisten arbeiten mit standardisiertem transportfertig gelagertem Equipment ERU-Teams sind spätestens innerhalb von 48 Stunden nach Alarmierung einsatzbereit ERU-Teams sind innerhalb einer Woche weltweit einsatzfähig ERUs unterstützen in Katastrophenfällen rasch die Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften in den Katastrophengebieten, wenn diese sie nicht mehr alleine bewältigen können.

Nationale Gesellschaften können über die IFRC ERUs der verschiedenen Spezifikationen anfordern wie: · Basic Health Care (medizinische Grundversorgung für 30.000 Menschen) Standorte: Deutschland, Norwegen, Finnland, Spanien und Japan (Österreich im Aufbau) · Referral Hospital (Basiskrankenhaus für 250.000 Menschen) Standorte: Deutschland, Nowegen und Finnland · Water & Sanitation (Trinkwasseraufbereitung und Trinkwasserversorgung für 40.000 Menschen mit einer Leistung von 600.000 Liter) Standorte: Deutschland, Schweden, Österreich und Spanien · Telekommunikation (Kommunikation über Satelliten (Telefon, Email, etc.), über Funk (VHF, UHF, HF, etc.),etc.) Standorte: Deutschland, Österreich und Spanien · Logistics (Logistikzentrum und logistische Unterstützung für Hilfslieferungen) Standorte: Großbritanien, Belgien and Dänemark · Relief (Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern) Standort: Vereinigte Staaten von Amerika



ERUs des Österreichischen Roten Kreuzes:

Das Österreichische Rote Kreuz selbst war von der ersten Stunde bei der Entwicklung dieser weltweit operierenden Spezialeinheiten dabei und verfügt zur Zeit über die ERUs: · Water & Sanitation · Telekommunikation · Search & Rescue (Suchhunde) - derzeit noch keine eigene internationale ERU-Einheit


Ausbildung:

Einheitliche und intensive Ausbildung zum Fachspezialisten erfolgt über die Landesverbände des Österreichischen Roten Kreuzes, das Generalsekretariat und die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften und gliedert sich in: · Technische Ausbildung (Landesverbände) · Fachgrundkurs (Landesverbände) · Basiskurs für Internationale Einsätze (Generalsekretariat) · Internationale Ausbildung mit Prüfung (Generalsekretariat) · Spezialkurse (Generalsekretariat) · Training, Übungen (Landesverbände, Generalsekretariat) · Teamleader-Workshop (Föderation)


Quellen: Österreichisches Rotes Kreuz und Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften"


Weiterführende Information: Österreichisches Rotes Kreuz: Österreichisches RK [1] Internationale Föderation der Rotkreuz und Rothalbmond-Gesellschaften: IFRC [2]

Markus Gassner

Persönliche Werkzeuge