AUTO-Regel
Aus Wax.at Wissen
Die AUTO-Regel ist im Technischen Sektor beheimatet und findet bei der Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen Anwendung. Die Merkregel entstand aus dem Problem heraus, dass immer mehr Fahrzeuge mit alternativen Antrieben auf den Straßen unterwegs sind und der Umgang mit diesen unter Umständen von herkömmlichen Kraftstofffahrzeugen abweicht. Die AUTO-Regel unterstützt daher systematisch bei der Erkundung und Erkennung von Fahrzeugen mit Alternativantrieb.
Die AUTO-Regel besagt:
- A ustretende Betriebsstoffe
- U nterboden erkunden
- T ankdeckel öffnen
- O berfläche absuchen
Inhaltsverzeichnis |
Austretende Betriebsstoffe
Bei der Erkundung ist zunächst einmal auf austretende Betriebsstoffe zu achten, die einen ersten Hinweis geben können. Diesel- oder Benzinlacken weisen auf herkömmliche Kraftstoffarten hin. Gasgeruch, ein hörbares Zischen oder Luftschlieren weisen auf austretende Gase hin.
Die Erkundung nach den Betriebsstoffen enthält auf jeden Fall:
- Sehen
- Hören
- Riechen
Unterboden erkunden
Als nächsten Schritt sollte der Unterboden erkundet werden. Oft sind hier Gasflaschen angebracht, welche sich aufgrund der Lackierung und Größe deutlich vom Untergrund abheben. Auch orangene Kabelstränge (Hochspannungsleitungen) weisen auf Alternativantriebe hin.
Bei Linienbussen befindet sich der Flüssiggastank jedoch häufig am Dach!
Tankdeckel öffnen
Bei der Erkundung sollte auch auf den Tankdeckel sowie den Tankeinfüllstutzen bedacht genommen werden. Besondere, abnorme Einfüllstutzen weisen auf alternative Kraftstoffe hin. Aber auch mehr als ein Tankdeckel (oft an anderen Stellen) ist ein guter Hinweis. Nicht zuletzt befinden sich oft auf der Innenseite des Tankdeckels wertvolle Hinweise auf die verwendete Kraftstoffart.
Oberfläche absuchen
Den wohl auffälligsten (wenn auch nicht unbedingt glaubwürdigsten) Hinweis geben Beschriftungen auf der Fahrzeugoberfläche. Entsprechende Fahrzeuge werden oftmals durch entsprechende Aufkleber beworben (z.B. die Linienbusse der Wiener Linien oder die Servicewägen von Energieversorgungsunternehmen).
Eine weitere Auffälligkeit sind Herstellerbezeichnungen am Heck.
Vorgeschrieben für Busse, jedoch derzeit nicht für entsprechende Kleinkraftwagen sind die auf der Spitze stehenden Rauten auf grünem Grund mit der Aufschrift CNG (für Erdgas) oder LPG (für Flüssiggas).
Mögliche alternative Antriebe und Kraftstoffarten
- Erdgas (CNG)
- Flüssiggas (LPG)
- Wasserstoff
- Methanol
- Elektroantrieb
- Hybridantrieb
Eine genaue Einteilung ist in der Praxis jedoch schwierig, da insbesondere Wasserstoff und Methanol entweder direkt verbrannt (Verbrennungsmotor) oder mittels Brennstoffzelle in elektrischen Strom (E-Antrieb) umgewandelt werden können.
Quellen und Links
- "Auto-Regel" - eine Faustregel zum Erkennen von alternativ angetriebenen Kraftfahrzeugen, K. Krebs , J. Heck - BRANDschutz, Ausgabe 7/2009, Kohlhammer-Verlag
- Blattler "Gefährliche Stoffe" des ÖBFV, Ausgabe 2007
- Video mit Erklärung
Rowa 20:45, 21. Okt. 2009 (CEST)

